Deutscher Sportwettenverband: Lizenz-Chaos verhindert Verbraucherschutz

Sportwettenunternehmer besorgt über Marktentwicklung. Verband plant
rechtliche Schritte gegen illegale Anbieter.

Das immer noch in der Schwebe befindliche Sportwetten-
Lizenzierungsverfahren verhindert einen zielführenden Verbraucherschutz
und trägt damit auch zu einem offensichtlich boomenden Schwarzmarkt bei.
Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) fordert deshalb den Gesetzgeber
auf, endlich für Rechtssicherheit zu sorgen.

DSWV-Präsident Mathias Dahms sagt:

Mit großer Sorge beobachten wir
einen wachsenden Schwarzmarkt. Er ist leider nur eine logische Folge des
deutschen Lizenz-Chaos. Darunter leiden derzeit nicht nur die Verbraucher
und seriösen Anbieter, sondern auch der Staat.

Dahms wehrt sich gleichzeitig gegen die pauschale Einordnung privater
Sportwettanbieter als „illegale“ Anbieter:

Die falsche Rhetorik, alle privaten
Anbieter als illegale Anbieter einzustufen, verfängt nicht. Vielmehr wurde die
Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der im DSWV organisierten
Unternehmen bereits durch staatliche Stellen festgestellt.

Er weist außerdem
darauf hin, dass seriöse Sportwetten-Anbieter im vergangenen Jahr rund 226
Millionen Euro Steuern zahlten:

Illegal ist nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs das
staatliche Festhalten an einem überkommenen Sportwettenmonopol, nicht das
Angebot privater Anbieter, die sich seit Jahren um rechtssichere Lizenzen
bemühen.
Ohne eine rechtskonforme Lizenzvergabe sind uns die Hände gebunden

sagte Dahms weiter:

Ansonsten würden wir umgehend wettbewerbsrechtlich
gegen die tatsächlich illegalen Anbieter vorgehen.

Obwohl der Glücksspielstaatsvertrag von 2012 eine Öffnung des deutschen
Sportwettenmarktes für private Anbieter vorsieht, wurden auch nach mehr als
zwei Jahren Verfahrensdauer immer noch keine Sportwettenkonzessionen erteilt. Alle Mitglieder des DSWV befinden sich in der letzten Runde des
bundesweiten Konzessionsverfahrens.